Zu Besuch auf der chocolART oder Ich im Schokoladenhimmel

Mhmm… Ohh… Aaaaah… Wow… ungefähr so klang das Schokoladenfestival in Tübingen, die chocolART an diesem Wochenende. Schokolade wohin man sieht, von leckeren Tafeln über Werkzeug bis hin zu richtigen Gemälden konnte man so einiges dort bestaunen. Habt ihr Lust auf einen kleinen Ausflug – dann nehme ich euch mit auf meine Tour durchs Schokoladenparadies.


Wie ich überhaupt auf die chocolART aufmerksam geworden bin? Vor einigen Wochen erreichte mit eine Email, in der Blogger eingeladen wurden einen exklusiven Blick hinter die Kulissen der chocolART werfen zu dürfen. Nun, ihr wisst ja, dass ich ein absoluter Schokoholic bin, also musste ich natürlich sofort zusagen.Dort angekommen in TRÜBingen – grau in grau und regnerisch – haben wir uns erst mal in der mobilen Schokowerkstatt von Ritter Sprt getroffen. Bei Kaffee und Butterbrezeln konnten wir einen ersten Blick aufeinander werfen. Ich bin ja ja noch nie zuvor auf einem Bloggertreffen gewesen und fand es natürlich unheimlich spannend auf andere Foodverückte zu treffen. Das Gute ist natürlich, dass man sofort ein Gesprächsthema hat. Witzigerweise hatten wir alle Namenschilder auf denen auch gleich der Name des Blogs aufgedruckt war. Die obligatorische Fragen wer bist du und was machst du wurden bei uns etwas abegewandelt:
„Wer bist du?“
„Tina“
„Wie heißt dein Blog?“
„LECKER&Co“
„Achja, ich hab doch bei deinem Blogevent mit den Aufläufen mitgemacht!“
„Ach du bist das?!“
Jaha, schon spanned wer hinter so einem Blog steckt?! Und um die Quote zu erfüllen waren sogar zwei Männer dabei. Es wurden dann auch gleich mal Goodie Bags an uns verteilt… WAHNSINN was da tolles drin war. Seht mal:

Schokolade – natürlich, Tee, Müsli, Pralinenformen und Zellophan-Beutel zum Verpacken, ein Kochlöffel und eine Zeitschrift und mein persönliches Highlight Gläserabdeckungen/Snackschalen in Blattform. Total toll, vielen Dank an die Sponsoren. Nachdem wir nun alle unsere Vorstellungsrunde und den obligatorischen prüfenden Blick in unsere Goodie Bags geworfen hatten ging es auch gleich los: Schokolade machen. Jaha, eigentlich ist die mobile Schokowerkstatt von Ritter Sport für Kinder gedacht – ok für Kinder und für UNS. 15 Blogger (gerade um 20 Jahre verjüngt), hatten einen heiden Spaß daran.

Wir konnten uns einige Zutaten zusammensuchen: Cornflakes, Haselnüsse, bunter Puffreis und Smarties kamen in meine Schokolade – an die Gummibärchen hatte sich übrigens dann doch niemand rangetraut, obwohl es uns wärmstens empfohlen wurde. Nun gut, so jung waren wir dann doch nicht mehr. 😉

Dann gab es flüssige Alpenmilch Schokolade in unsere Schälchen, diese mussten wir dann mit unseren Zutaten gut vermischen und in die Original Ritter Sport Quadratform füllen.

Es wurde laut, denn um die Luftbläschen aus der Form zu bekommen mussten wir feste Klopfen. Dann noch für 20 Minuten in den Kühlschrank und schon war sie fertig.

Moment, da fehlt doch noch was? Was haben wir in den 20 Minuten gemacht? Ja genau – eine Verpackung bemalt. Achja, ich bin so schlecht im Malen, andere dagegen haben richtige Kunstwerke zu Papier gebracht. Nun ja, ich hab ein wenig gemogelt und das Malen umgangen. Am Ende sah es so -was meint ihr dazu?

Nachdem wir dann alle unsere Tafeln verpackt hatten ging es los. Rundgang über den Markt und den Besuch des ersten Ausstellers Giacomo von der Cioccolateria Veneziana

„Gute Schokolade macht nicht dick“

Feinste Schokolade  aus Italien. Giacomo ist schon seit seiner Kindheit der Schokolade verfallen. Damals hat er immer bei seiner Oma zugesehen, wie sie feine Sachen aus Schokolade gezaubert hat. Die Oma hatte nämlich ein Cafe und alles was sie dort verkaufen wollte wurde in Heimproduktion hergestellt. Vor 35 Jahren hat dann Ciacomo sein erstes Produkt mit Kakao hergestellt: einen Likör, den er immernoch nach der gleichen Rezeptur produziert wie damals, der aber leider wegen Steuern (Zoll) nicht mit auf die chocolART kam. Machte aber nichts, wir haben von den anderen Sachen probieren dürfen.

Schokolierte Mandeln, Zartbitter Schokolae mit Ingwer und Zitrone und Orange und Zimt. Yammi – was mir besonders gut gefallen hat, war die Leidenschaft mit der er erzählt hat – alle seine Zutaten für die Schokolade kauft er in verschiedenen Ländern ein und kennt die Lieferanten alle persönlich. Man hat gemerkt, wie sehr ihm die Schokolade und gute Qualität am Herzen liegt. „Gute Schokolade macht nicht dick und ist wie Medizin!“ sagte er dann noch. Ein echter Schokoholic!

Dann ging es weiter zu Gerhard von der Madlon Confiserie, der hat nämlich eine ganz besondere Praline erfunden: die Anti-Stress Praline.

„Meine Praline ist wie ein Saunagang – aber eben von Innen!“

Eine Praline, die mit Kräuterölen gefüllt ist, die auch wirlich im SPA Bereich Anwendung finden: Pfefferminze und Melisse beispielsweise. Warum aber eigentlich Anti-Stress? Weil man sich für diese Praline eben besonders Zeit nehmen soll und muss. Abbeissen und auf der Zunge zergehen lassen, damit man den intensiven Geschmack auch voll genießen kann. Irre – und es schmeckt noch locker eine Stunde nach. Zusätzlich zu dieser hat er ausserdem noch das Tübinger Kirschle entwickelt. Tübingen gilt nämlich eigentlich als Geburtsort der Schwarzwälder Kirschtorte. 1930 hat der Konditormeister Erwin Hildebrand im Cafe Walz diese Torte das erste mal gemacht. Gut, die Schwarzwälder sind nicht so begeistert davon, aber als Hommage an genau diese Geschichte hat Gerhard Madlon eine Schwarzwälder Kirschtorte im Pralinenformat entwickelt. Mhmm… die war unheimlich lecker. Und schmeckte wirklich ein bisschen wie die Torte. 😉

 

Und dann war da ja noch die Live-Produktion des Chocolino. Ein Schaumkuss mit Gesicht. Wir durften in die Heiligen Hallen und in der kleinen Schokowerkstatt alles ganz genau anschauen und sogar probieren. Und obwohl ich nicht so ein Fan von Schaumküssen bin, von einem riesigen Schneebesen gschleckt schmeckt es natürlich fantastisch. 😉


Nachdem wir nun soviel Schokolade probiert hatten, sind wir deftig Mittagessen gegangen. Der Lions Club hat uns zum Wildschweinbraten mit Schokoladensauce, Spätzle und Salat eingeladen. Schokolade in der Bratensause? Oh ja, das schmeckt wirklich fein, solange es nur ein Hauch ist und damit eine ganz besondere Note gibt. LECKER wars.

So gestärkt hatten wir ein wenig Zeit über den Markt zu schlendern und zu shoppen. Oh ja, bei mir ist das irgendwie ein wenig in Power-Shoppen ausgeatet. Aber es gab ja auch wirklich so unheimlich viele tolle Sachen:

grünen Reis, leckeres Olivenöl und tolle Kuvertüre…

… schokolierte und kandierte Birnen und Feigen…

… und zartschmelzendes Kakokonfekt von Goufrais, erinnert ein wenig an Eiskonfekt und ist der absolute Oberknaller! Soooo LECKER!

Hihi, die anderen Bloggermädels waren schon ganz amüsiert, denn ich habe wirklich an jeder Ecke etwas gefunden, das ich mir kaufen wollte. Mit meinen bepackten Tüten bin ich dann zuammen mit den anderen, nicht ganz so bepackten Mädels zu unserem letzen Programmpunkt aufgebrochen.

Schokoladen Tasting mit Vortrag 

Jan Marcel Schubert, Mitte zwanzig, hat auch eine Leidenschaft für Kakao – klar wie eigentlich jeder, der auf der chocolART ausstellt. Weil er gerne heiße Schokolade trinkt, aber ihm die vorhandenen Produkte nicht geschmeckt haben hat er eine eigene Trinkschokolade hergestellt. Mittlerweile arbeite er ausserdem noch für ORIGINAL BEANS, diese Firma hat sich dem wirklich fairen Handel mit Kakaobohnen verschrieben und schult auch die Bauern vor Ort. Jan Marcel sagte auch, dass er im letzen Jahr mehr in Südamerika unterwegs war als hier. Wir haben einiges über Schokolade gelernt, wie die Fermentierung und Trocknung der Bohnen bspw. den Gschmack beeinflusst und welche Faktoren sonst noch eine Rolle spielen. Kakao wird vorallem in Südamerika und Afrika angebaut, bei uns wachsen diese Bäume nicht, sie mögen halt das subtropische Klima. Interessant ist, wie die Bauern dort Kakao anbauen. Manche Familien haben riesige gemischte Wälder in denen dann vereinzelt ihre Kakaobäume stehen. Oft einige hundert Meter auseinander. Wenn man sich überlegt, dass diese mit einem

Korb auf dem Rücken und einer Machete bewaffnet durch den Wald streifen um dann die Kakaofrüchte von Hand zu ernten, wird einem erst mal bewusst, was für eine heiden Arbeit es macht Schokolade herzustellen. Und nach dem Ernten ist es ja noch nicht vorbei – dann müssen die Bohnen aus der Frucht geholt werden, Fermentiert (dabei wird das Fruchtfleisch vergoren und dadurch der Geschmack des Fruchtfleischs in die Bohne übertragen) und auch noch getrocknet werden. Das kann schon auch einige Wochen dauern. Für 1 kg Kakao braucht man 10 kg Kakaofrüchte. Da macht es einen schon nachdenklich, wenn man im Supermarkt 100 g Schokolade für nicht mal 80 Cent kaufen kann, oder? Und wisst ihr eigentlich, dass in eine gute Schokolade lediglich drei Zutaten gehören? Kakao, Kakaobutter und Rohrohrzucker. Vanille hat darin gar nichts zu suchen.

Und ja, man schmeckt den Unterschied. Wir haben verschiedene Sorten probieren dürfen. Wow, wahnsinn wie unterschiedlich diese Schokoladen schmecken. Wie unterschiedlich die einzelnen Kakaosorten und wie immens die Fermetierung den Geschmack beeinflusst. Ich habe es ja auch erst nicht geblaubt, musste mich aber eines Besseren belehren lassen.

Nach diesen gefühlten weiteren 5 kg Schokolade, die wir verköstigt haben war unser gemeinsamer Tag vorbei. Es war schön, es war informativ und es war LECKER. Mir hat es unheimlich Spaß gemacht mit anderen Food-Verrückten unterwegs zu sein und einen Einblick hinter die Kulissen eines Schokoladen-Festivals zu bekommen.
Vielen Dank an die Organisatoren! Ihr habt uns einen tollen Tag beschert.

Nachdem dann auch die Sonne untergegangen war habe ich zusammen mit meinem Liebsten noch den Abend bei einer Tasse Glühwein und dem Blick auf die bleuchteten Häuserwände ausklingen lassen. Und ja, nach so viel Schokolade, ist ein Bratwurstbrötchen der Himmel auf Erden.

 

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9 Comments

    1. Tina

      Liebe Anette,

      ja die ChocolART ist echt schön. So viele verschiedene schokoladige Eindrücke und, wie du schon sagst, die Häuserfassaden nzw. der ganze Ort ist so hübsch rausgeputzt. Ich habe dort so viel gesehen, was ich vorher noch nicht kannte und schwebte wirklich im Schokoladenhimmel.

      Liebe Grüße,
      Tina

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