Eat-the-world in GoHo {sponsored Tour}

Am Samstag war ich auf kulinarischer Mission unterwegs. eat-the-world.com* hat mich eingeladen die leckere Tour durch Nürnberg Gostenhof, das in Anlehung an das New York´sche Szeneviertel SoHo auch liebevoll GoHo genannt wird, zu testen.

Von geölten „Öhrchen“…

Wir haben uns um 11:00 Uhr aufgemacht um im Essen und Trinken in GoHo im Prisma-Haus auf die anderen Teilnehmer zu treffen. Dort gab es erst mal eine kleine Portion italienische Orechiette mit Kapern, Oliven, getrockneten Tomaten, Rucola, Parmesan und Olivenöl. Richtig lecker – und das obwohl es erst 11 Uhr war. Ein paar glasierte Zwiebeln habe ich auch noch auf dem Teller entdeckt – unbedingte Nachmachempfehlung.

Während wir uns die Pasta schmecken liesen erzählte uns Elisa (unser Tourguide), das das Prisma Haus, in dem wir gerade saßen, ein so herausragendes Projekt in Sachen ökologisches Bauen war, dass Architekturstudenten sogar aus Berlin angereist sind um sich dieses Haus 1997 anzusehen.

Hübsch sitzen kann man darin auf jeden Fall – ich persönlich kenne das Prisma schon lange, weil wir uns dort öfter mit Freunden zum Tichu spielen getroffen haben. Und jetzt kann man dort auch richtig lecker essen – i like.

I´m walking in the rain…

Dann ging es hinaus in den strömenden Regen. Ja, der liebe Petrus hat es nicht sonderlich gut mit uns gemeint. Wir haben Elisa gelauscht, die uns etwas über das Volksbad und das Planetarium erzählt hat. Letzteres wurde 1934 von Gauleiter Julius Streicher abgerissen, weil es angeblich auf Grund seiner Bauweise zu sehr an eine Synagoge erinnerte. Die Nationalsozialisten hatten/haben echt nen Knall. Nach reihenweise Kopfschütteln ging es weiter zum Plärrer, von wo die erste Eisenbahn Richtugn Fürth startete. Ja genau, da wo ich wohne. 🙂
Witzigerweise hat das Nürnberger Volksfest auch auf diesem Platz seinen Ursprung – heute ist der Plärrer aber ein Verkehrsknotenpunkt, an einen Volksfestplatz erinnert nichts mehr. Nicht mal 100 m vom Verkehrslärm entfernt ging es dann in den Rosenau-Park. Eine kleine grüne Ruheoase mitten in der Stadt. Obwohl ich in Nürnberg geboren bin, kannte ich den Park nicht. Auf Grund des schlechten Wetters verschone ich euch aber mit den Fotos – die wirken wegen des Regens einfach zu trostlos – und das obwohl es echt schön dort ist. Naja…

Von Käse und Ehrenämtern

Dann kamen wir in einen Genossenschaftsladen für biologische und regionale Lebensmittel: Bio und nah e.G. in dem wir drei verschiedene Käse verkosten durften. Yammi – mit gutem Käse kriegt man mich ja immer.

Es gab zuerst Schwäbischen Rahmkäse, anschließend Schweizer Bergkäse, der für mich ähnlich wie Parmesan geschmeckt hat, und zuletzt noch einen feinen Ziegenfrischkäse mit Johannisbeergelee. LECKER!!!

Wurst-Praline gefällig?

Nicht mal 50 m weiter ging es nach dem leckeren Käse zur Traditionsmetzgerei Stefan Skolik. Dort durften wir fränkische Bratwurst mir Kartoffelsalat probieren.

Die Wurst war absolut klasse – so ne gute Bratwurst isst man wirklich selten. Der Kartoffelsalat hingegen schmeckte leider ziemlich fad, zumindest war er aber selbstgemacht. Dafür hat die Metzgerei aber wirklich abgefahrene und ausgefallene Wurstkreationen anzubieten: Haselnusssalami mit Rum, Salamipralinen oder Karotten-Ingwer Bratwurst. Verrückt, oder?

Von Ziegen und gut gelaunten Hirten

Nach diesem deftigen Essen gab es erst mal einen Kaffee im Machhörndl. Ich mag ja leider überhaupt keinen Kaffee, deshalb hab ich mich mit den Kostproben dort zurückgehalten. Aber der Duft war toll. Barista Johannes hat uns über die richtige Zubereitung aufgeklärt: „… etwa 94°C sollte das Wasser heiß sein, zum Kaffee brühen“ – da musste ich schon etwas schmunzeln. Etwa 94 °C. Die Profis nehmen es eben sehr genau. 😉 Zwei verschiedene Kaffeesorten wurden verköstigt – die Stimmen der Mitläufer waren aber relativ einheitlich: an den gewohnten Kaffee erinnerte es nicht. Es schmeckte exotischer und aussergewöhnlich – teilweise eher wie Tee. Einfach ungewohnt, nichts desto trotz ist das Kaffee unglaublich beliebt und spzialisiert auf Kaffee. Statt diesem hätte ich gerne eine heiße Schokolade getrunken, gibt es aber nicht. Dafür bekam ich aufgeschäumte Milch. Frei nach dem Motto „Schuster bleib bei dein Leisten“ spezialisiert sich das Machhörndl auf Kaffee und ausschließlich auf diesen – und das kommt an. Ich persönlich finde das sehr gut!

Als es dann kurz vor dem Herausgehen noch zur Verkostung von Cascara – Wilde Ziege kam, war ich voll dabei. Die Ziegen haben nämlich früher die ins Feuer gefallenen Kaffeekirschen gegessen und waren dann laut Johannes „einfach gut drauf“. Das bemerkten die Ziegenhirte und machten es den Ziegen nach. Sie rösteten die Kirschen überm Feuer, aßen sie und waren dann auch „gut drauf“. Stellt euch das mal vor: Ziegen und Hirten high von Kaffee…. 😉 *lacht*
Nun, aus diesen Kirschen wird das Eistee-Erfrischungsgetränk Cascara – Wilde Ziege. Total lecker. Da hab ich mir dann auch gleich eine Flasche mitgenommen – schmeckte ja zum Glück nicht nach Kaffee. 😉
Für mich ein Highlight der Tour.


Guerilla Food im Toilettenhäuschen

Auf dem Weg zum nächsten kulinarischen Highlight kamen wir am Friseursalon Willy Wolf vorbei, der wohl eine Institution in GoHo ist. Seit 1953 gibt es das Geschäft, der älteste Kunde ist 86 und macht sich Sorgen, wer ihm die Haare schneidet, wenn der 68-jährige Inhaber in Rente geht. Wenn das mal keine Kundentreue ist…
Vorbei an alten militärischen Reithallen und den besten Brezen überhaupt: den Kolb Brezen (die auf Stein gebacken werden) besuchten wir das LAGUZ. In einem ehemaligen Toilettenhäuschen der Bahn, nicht ganz 40 qm groß, wurden uns von Hannes feine Smoothies kredenzt. Ein grüner Smoothie aus Melone, Datteln, Hanfsamen, Minze, Salat, Zitrone und Gurke. LECKER.

Laguz ist eine keltische Rune und bedeutet soviel wie Miteinander und Kommunikation. Genau darum geht es den Betreibern des Laguz – Geschichten von den Menschen in GoHo zu erfahren und das Miteinander zwischen den Generationen zu fördern. Ein Hilfsmittel dabei ist der Laguz-Taler. Wer was zu geben hat, kann 1 € spenden, wer weniger hat, darf sich aus der Taler-Schale bedienen und auch so in den Genuss der Speisen und Getränke kommen.

Nach diesem leckeren Powerfood machten wir eine kleine Runde über den Rochusfriedhof, der errichtet wurde um die vielen Pesttoten ausserhalb der Stadtmauern begraben zu können. Schön ist irgendwie der falsche Ausdruck für einen Friedhof – aber Charme hat er.

Bei Hempels unterm Sofa…. oder so ähnlich

Die Vorletzte Station war das Hempels – GoHo´s beste Burger. Boah waren die lecker – übrigens die einzige Station in der ich kein Foto vom Essen machen konnte, weil es so schnell verputzt war. Ein sympahischer Chef, eine coole Location – geiles Essen. So gutes Burgerfleisch habe ich bisher noch nicht gegessen. Ehrlich – wer nach Nürnberg kommt sollte da hin.

Die Burgerkreationen klingen toll – neben den Klassikern bekommt man momentan z.B. auch eine südamerikanische Version im Hempels.

Eis | Kunst

Die letzte Station war dann die Eisdiele von Inhaber Florian: EISDIELE Galerie. Neben leckerem selbstgemachtem Eis – ich hab das Schokoladeneis verkostet – stellt Florian seine Wände für junge Künstler zur Verfügung. Tagsüber Galerie und Eisdiele abends Kunst und Bar. Ein cooles Konzept mit einem sympathischen Besitzer und eine nette Abwechslung zu den zahlreichen italienischen Eisdielen mit den immer gleichen Eisbechern. Statt auf den Teller schaut man hier lieber auf die Wände. Und auch die Einrichtung ist echt klasse. Man kann auf einem Keayboard-Kissen sitzen oder verrückte Gemälde an der Wand bewundern – auf jeden Fall anders. Und das Eis ist der absolute Knaller – das letzte Mal habe ich so gutes Schokoladeneis in Mailand gegessen.


Fazit

Eine tolle Tour. Obwohl ich schon so lange in Nürnberg lebe kannte ich das Viertel GoHo eigentlich gar nicht. Neben den Geschichten über die Stadt und besondere Gebäude bekam man durch die Geschichten der Betreiber der einzelnen Lokalitäten einen schönen Einblick. Eine gelungene Mischung aus Genuss und Kultur. Für alle die also neu hier sind und alle die schon lange hier Leben lohnt sich der Ausflug. wir waren insgesamt 3,5 Stunden unterwegs (Kosten würde eine solche Tour 33 € – nicht viel wie ich finde). Toll – überall hatte man Zeit sich in Ruhe umzusehen – und das trotz dem angekündigten straffen Zeitplan. Hektik kam überhaupt nicht auf. Unser Tourguide Elisa wirkt wie eine der coolen GoHo-Bewohnern und kennt sich aus. Neben den besuchten Lokalitäten hat sie uns noch ein paar Kultbars gezeigt und war ständig mit jemandem aus der Gruppe im Gespräch. So eine lockere Atmosphäre habe ich bei einer „Stadtführung“ noch nicht erlebt und bin davon total begeistert.

Vielen Dank an eat-the-world.com für die Einladung zu dieser tollen Stadtführung. Ich hoffe ihr „erschließt“ bald auch andere Viertel in Nürnberg – dann bin ich wieder mit dabei.

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