Kimchi – koreanisches Sauerkraut

Kennt ihr Kimchi? Bei der AEG Taste Academy: Culinary Trends habe ich erfahren, dass das Fermentieren ein neuer Food-Trend ist – dabei ist diese Methode schon sehr sehr alt. Käse, Sauerkraut, Kaffe sind nur drei Beispiele von fermentierten Produkten die wir täglich zu uns nehmen und schon seit Jahrhunderten nach dem gleichen Prinzip hergestellt werden. Kimchi ist sozusagen das koreanische Pendant zu unserem fränkischen Sauerkraut. Freilich ist Kimchi vom Geschmack her ganz anders, aber durch den Herstellungsprozess stark verwandt. Ich esse Kimchi mitlerweile gerne zu Reis oder Nudeln, zu Hackfleisch oder zu Käsespätzle. Eigentlich passt Kimchi zu allem und macht die Speisen schön würzig. Das Grundrezept habe ich übrigens von der lieben Sonja von Amor&Kartoffelsack – und ein klein wenig abgewandelt.

Das braucht ihr:

1 Chinakohl (ca. 2 kg)
5 EL Meersalz

90 g Klebereismehl (Asia Supermarkt)
720 ml Wasser

40 g Ingwer
60 g Knoblauch
4 EL Fischsoße
100 g Korenaische Chilliflocken (Asia Supermarkt: nach Chilli für Kimchi fragen)

3 Zwiebeln
1 Apfel

1 Bund Frühlingszwiebeln
1 Karotte

Und so gehts:

Den Chinakohl schneidet ihr klein in Streifen und entfernt den Strunk, anschließend gebt ihr diesen in einen großen Eimer oder eine große Schüssel und vermischt ihn mit den 5 EL Meersalz (verwendet bitte kein jodiertes Speisesalz). Den Kohl lasst ihr nun mindestens 1 Stunde ziehen, dabei könnt ihr ihn ab und an umwenden, damit das Salz überall hinkommt.

Während der Kohl vor sich hin „dümpelt“ könnt ihr euch schon mal um die Marinade kümmern. Dazu gebt ihr 90 g Klebereismehl mit 720 ml Wasser in einen Topf und erhitzt diese Mischung unter ständigem Rühren. Es dauert etwas, aber nach einiger Zeit sollte die Masse andicken und eine Konsistenz wie Tapetenkleister bekommen. Ist das soweit, könnt ihr den Topf vom Herd nehmen und die Masse in eine große Schüssel kippen.

Dazu kommen 100 g Koreanische Chilliflocken und 4 EL Fischsoße. In einem Mixer püriert ihr den Apfel, die Zwiebeln, Ingwer und Knoblauch zu einer glatten Masse und gebt auch diese zur Klebereismehl-Pampe – ‚tschuldigung, ein besseres Wort fällt mir dafür jetzt leider nicht ein.

Die Frühlingszwiebeln schneidet ihr ihn feine Ringe, die Karotte in feine Stifte und gebt diese auch zur „Reispampe“. Diese muss jetzt gut vermischt werden. Zieht euch dazu unbedingt Handschuhe an, denn diese Mischung ist scharf und wer sich nach dem Matschen die Augen reibt erlebt eine böse Überraschung.
Wenn eure „Marinade“ fertig vermischt ist, kümmert ihr euch wieder um den Kohl.

Dieser muss nun abgewaschen und vom Salz befreit werden. Das geht am Besten portionsweise in einem Sieb unter der Dusche. Mit der Brause geht das ruckzuck. Trocknet den Kohl dann noch, ich habe ihn in der Salatschleuder vom überschüssigen Wasser befreit, und vermengt den Kohl dann mit der Kimchi-Marinade. Reibt die einzelnen Blätter gut mit der Marinade ein, denn diese soll überall hin.

Wenn ihr damit fertig seid kann abgefüllt werden. Den Kimchi stopft ihr nun in Gläser mit Schraubdeckel, füllt diese aber nur zu 3/4. Während der Kohl fermentiert dehnt er sich etwas aus und dafür braucht er Platz. Würdet ihr bis oben hin füllen, würde die Soße aus dem Glas herausgedrückt und damit der Kühlschrank versaut werden. Nachdem händischen Stopfen klopft ihr die Gläser am Besten noch ein paar Mal auf die Tischplatte um eingeschlossene Luftbläschen zu entfernen und die Masse zu verdichten. Macht den Rand der Gläser noch sauber, schraubt die Deckel drauf und ab damit in den Kühlschrank.

Nun heißt es erst mal geduldig sein und den Kimchi mindestens 2 Wochen stehen lassen, damit er sein typisches Aroma entfaltet. Ab dann könnt ihr ihn zu allem essen was ihr möchtet. Aber: immer anbraten, das macht ihn noch leckerer. 😉

Viel Spaß beim Matschen, eure Tina.

Merken

2 Comments

  1. Jaimees Welt

    Das sieht aber interessant aus! Ich habe eine Freundin, die aus Vietnam kommt und habe bei ihr schon einige leckere Sachen probiert, aber so etwas noch nie! 2 Wochen abwarten, das würde glaube ich schwer werden 🙂
    Liebe Grüße
    Jana

  2. Tina von LECKER&Co

    Liebe Jana,

    stimmt – es ist nicht so einfach zu warten, aber es lohnt sich. Wenn man Kimchi zu schnell isst, schmeckt es einfach nicht und die Ganze Mühe war umsonst! Bin gespannt, was du sagst, nachdem du es getestet hast.

    Liebe Grüße, Tina

Dein Kommentar macht meinen Blog lebendig. Vielen lieben Dank für dein Feedback.