Dienstag, 1. Dezember 2015

Zwei Tage bei Knorr, ein Stop-Motion-Video und ein Cowboy Essen

Heute gibt es einen etwas ungewöhnlichen Post, ungewöhnlich deshalb, weil ich über Knorr schreiben werde.

An alle die jetzt empört sind: Ich bitte euch direkt an dieser Stelle, lest den Artikel bis zum Ende, denn nur dann habe ich die Chance euch alles zu erzählen und meine Meinung zu äußern.



Ich beginne meine Geschichte ein paar Wochen zuvor, als ich eine E-mail bekam von einer Agentur, die mich zu einem Foodblogger-Event von Knorr einladen wolllte um ihr neues Produkt Natürlich Lecker vorzustellen.
„Hä? Knorr lädt Foodblogger ein?“
Ich war mir im ersten Moment nicht so ganz sicher, ob Knorr entweder absolut leichtsinnig und naiv oder einfach nur verflixt mutig ist – warum? Nun, also mal ehrlich. Ich bin Foodbloggerin und versuche euch mit meinen frischen, gesunden und selbstgekochten Gerichten zu animieren jeden einzelnen Tag ohne Produkte wie Knorr fix oder Ähnliches auszukommen. Und ausgerechnet ich soll nun zu Knorr? Was will Knorr mir erzählen? Will Knorr mich davon überzeugen von nun an mit Tüten zu kochen, weil es ja jetzt „Natürlich Lecker!“ ist? Ich war skeptisch und unsicher aber auch neugierig...
Ich hab mich an die Blogger-Community gewandt und gefragt: Wer hat Lust mitzufahren, hinter die Kulissen zu schauen und einen kritischen Bericht zu schreiben. Die Reaktionen auf meine Frage waren für mich mehr als verstörend… ich möchte nicht sagen ich wurde angefeindet aber mir wurde doch vehement davon abgeraten zu Knorr zu fahren. Warum? Weil man gehört hat, dass sie in einem fernen Land getan haben sollen… ihr wisst was ich meine. Ist das gefährliches Halbwissen oder steckt mehr dahinter? Angst vor der Community? Angst von anderen Bloggern „Verstoßen“ zu werden? Sicherlich ist das ein sehr präsenter Grund.
Ich war auch auf einmal total verunsichert – ich blogge noch nicht so lange und da hört man gerne auf die „alten Hasen“.
„Ich hätte dann meinen Ruf weg“ hieß es… was? Ich? Ich, die im Sommer in den Wald geht und Vogelbeeren sammelt um daraus Marmelade zu kochen, so wie es seit 1920 wahrscheinlich niemand mehr tut? Ich, die die Pilze und Heidelbeeren selbst pflückt statt sie zu kaufen? Ich, ausgerechnet ich, solle dann meinen Ruf weg haben? Ich gebe zu – diese Aussage hat mich getroffen und mehr als wütend gemacht und ich hatte Angst, dass ich jetzt "draussen" bin. Alleine das Interesse an Knorr zu äußern erschien mir auf einmal falsch. Ich rief meine Mutter an und sie redete mir gut zu. „Probier das aus – was hast du zu verlieren?“ Ja klar, außer meiner Integrität eigentlich nichts. Aber das ist schon viel, verdammt viel was man da in die Waagschale legt, eigentlich die einzige "Macht" die ich als Blogger habe, oder?!

Ich hatte auch Gedanken wie „na dann komme ich mal kostenlos nach Hamburg“. Darf man als kritische Stimme, als Blogger, eigentlich so pragmatisch-kapitalistisch denken? Wie seht ihr das?

Alle diese Fragen, die ich im Kopf hatte wollte ich beantwortet haben. Also, sagte ich zu. Ganz bewusst gab ich diese Info auch in der Community so weiter „ich fahre hin und bilde mir meine EIGENE Meinung um mir mein EIGENES Bild zu machen“. Die kritischen (besorgten?) Stimmen verstummten und ich hatte ein halb-gutes Gefühl.

Dann kam der Samstag. Ich kam im 25 hours Hotel Hafen City an und wurde herzlichst von Katharina und Sonia (Agentur) und Maren (Knorr) begrüßt. Drei unglaublich sympathische junge Frauen – sollte ich meine negative Einstellung gegenüber Knorr an ihnen auslassen? Wäre das fair?

Ich fand nicht.

Also, kam man ins Gespräch. Nett und unverbindlich. Nach und nach trudelten andere Blogger ein und ich hatte so langsam das Gefühl es sei ok hier zu sein. Denn, offensichtlich gab es noch andere Blogger, die sich für Knorr interessieren. Aus welchen Gründen auch immer – das ist auch nicht wichtig. Wir wurden begrüßt. Maren ist für das Marketing bei Knorr verantwortlich und dankte uns, dass wir, als Foodblogger, ihr und Knorr die Chance geben sich vorzustellen. Es sei keinesfalls selbstverständlich, dass Foodblogger einer solchen Einladung folgen. Damit hatte sie ja soo Recht!


Es ging los mit einem Vortrag von Andreas Steinle zum Thema Foodtrends. Spannend und informativ. Es fielen Begriffe wie Foodporn, Ultra-Frische oder Essthetik und Andreas gab uns einen Überblick darüber, wie verschiedene Foodtrends in Kategorien eingeteilt werden.
Fast Good – wie der Name schon sagt, geht es um Fast Food, aber gesund und gut.

Wusstet ihr, dass 7 % der Deutschen täglich Fertiggerichte konsumieren? Ich finde das erschreckend, denn es ist nicht schwer täglich gut und gesund und schnell zu kochen. Aber, und da hatte Andreas Recht.

„Ändere die Lösungen, nicht die Gewohnheiten der Menschen.“

Wir sind Gewohnheitstiere und brauchen Zeit uns auf etwas neues Einzustellen, sofern wir das überhaupt möchten. Deshalb der Ansatz: gute und gesunde Fertiggerichte anzubieten statt mit mahnendem Finger auf die zu zeigen, die sie verwenden. Es geht ja auch eigentlich nur darum, dass wir gesünder essen. Wie wir das tun ist prinzipiell vorerst ja mal egal, denn es geht grundsätzlich um das Resultat und nicht um den Weg dahin (vorerst).

Es gibt z.B. in den USA einen Farmer´s Fridge in dem man sich rund um die Uhr frische Salate ziehen kann, wie an einem Kaugummiautomaten. Die hiesigen Foodtrucks fallen auch unter diese Kategorie. Gutes Essen, das lange vorbereitet wurde aber dann im Endeffekt schnell auf dem Teller des Konsumenten ist.

DIY Food – meine liebste Kategorie der Foodtrends. Deshalb muss ich da auch mit Beispielen gar nicht weit ausholen… schaut einfach mal meine selbstgemachten Marmelden an.
Back to the Roots – um die Vogelbeeren nochmal aufzugreifen – denkt einfach daran: wie hätte es Oma gemacht?! :-)

Spiritual Food – ja, Essen als Religion. Wir identifizieren uns mit unserem Essen.

„Du bist was du isst!“

Essen wird zum Heilversprechen (z.B. Vegan for fit) und in Gruppen zelebriert. Man tauscht sich untereinander aus – ja, Essen wird ein Stück weit religiös.

Und dann nahm uns Andreas mit auf eine kleine Reise durch die Zeit… beginnend um 1900 mit der Industrialisierung als Knorr die Erbswurst auf den Markt brachte. Es wurde mehr gearbeitet, vor allem auch die Frauen, die vorher zu Hause waren und den ganzen Tag u.a. gekocht haben. Ein Erbseneintopf, der nur noch mit Wasser aufgegossen werden musste traf den Geist der Zeit.

Nach dem Krieg sah das alles auch schon wieder etwas anders aus, denn nun, in den 50er Jahren, waren die Männer wieder unterwegs, brachten das Geld nach Hause und die Frauen waren für den Haushalt, die Kinder und die Familie verantwortlich. Zu dieser Zeit entstanden die ersten fix-Produkte – konzipiert für Familien. Jeden Tag ein Gericht mit Gelinggarantie.

Ein Sprung ca. 20 Jahre weiter ins Jahr 1975 – Friedens- und Umweltbewegungen: Knorr bringt das fix für Gulasch auf den Markt. Mal Hand aufs Herz – verbindet ihr mit einem Gulasch nicht auch einen Besuch bei Muttern oder Oma?

In den 90er Jahren wurden die Leute „cooler“, das Leben schneller. Hier kommt die Spaghetti Bolognese (übrigens immernoch das beliebteste fix Produkt) auf den Markt – für 2 Personen innerhalb von 5 Minuten fertig. Ja, das wollte man so.

Und heute? Heute regieren Slow Food Bewegung, Veganisierung, Natürlichkeit, Frische
und Bio – alles Dinge, die uns heute wichtig sind und beschäftigen. Mich besonders, da ich mich ja sehr intensiv mit dem Thema Food auseinandersetze.

Da passt Knorr einfach nicht rein, nicht mit diesem Image. Oder?

Die anschließende Diskussion zeigte es. Sogar unter uns , in unserer privaten Runde, war es nicht so einfach zu gestehen, dass man sein Fleisch nicht immer beim Bio-Bauern oder Obst und Gemüse auch im Diskounter kauft. Diese Diskussion ging auch beim Mittagessen weiter, wo uns ein leckeres Buffett - ganz ohne Tüten - aufgetischt wurde.



Ich spreche nun aus, was sich die meisten von euch wahrscheinlich eh schon dachten: Ich bin ein militanter Fix-Gegner. Ich finde nicht, dass diese Produkte lecker schmecken und ich finde es auch daneben die Verwendung solcher als „Kochen“ zu bezeichnen. Seht ihr das anders?

Die Zutatenliste ist erschreckend – die Hälfte der verwendeten Inhaltsstoffe kennt man nicht. Für mich ist Kochen Leidenschaft – ich investiere Zeit in das bewusste Hinschauen, Fühlen, Schmecken, Riechen, Probieren… ich finde das toll. Ich finde es geil meiner Bolognese 5 Stunden beim Kochen zuzusehen – immer mal wieder umzurühren, hineinzuriechen und zu schmecken.

Aber, das geht eben nicht allen so. Ich habe bisher verurteilt. Wenn ich an der Supermarktkasse stand und ich habe jemanden diese Fix Prdukte auf das Band legen sehen, war ich regelrecht angewiedert und habe diesen Menschen dafür, allein für den Kauf, verurteilt. Ist das unfair? Ist das nachvollziehbar?

Es ist sehr interessant wie unterschiedlich die Menschen über fix Produkte denken. Manche haben ein „schlechtes Gewissen“, denn es sei „ungesund“, aber „es geht eben schnell“ und man hat eine „Gelinggarantie“ - klar, es schmeckt eben immer gleich. Wir gingen in die Versuchsküche und bekamen die neuen Tüten Natürlich Lecker in die Hand. Was ist da drin? Wie riecht es? Wie fühlt es sich an?

1. Ja, es sind wirklich nur natürliche Zutaten drin.
Ich habs am Anfang auch nicht geglaubt. Keine Aromen, keine Inhaltsstoffe, die man erst googlen muss. Im Prinzip ist Natürlich Lecker lediglich eine Gewürzmischung.
2. Es riecht wie eine Gewürzmischung.
Klar, duftet es nicht nach frischem Basilikum oder Rosmarin, aber es riecht nach Tomaten und Gewürzen und nicht irgendwie undefinierbar. Nicht schlecht, aber auch nicht so, dass es mich vom Hocker hauen würde. Ich bin einfach (zu) kritisch.
3. Man sieht Stückchen… es ist nicht alles pulverisiert.
Frische Karotten sehen anders aus, aber zumindest kann man die getrockneten Stückchen als Karotten identifizieren.


Ich glaube, wir Foodblogger waren alle überrascht. Warum eigentlich? Warum sind wir Knorr und ähnlichen Unternehmen gegenüber so mistrauisch? Wenn ein Unternehmen auf ihre Packungen schreibt alles sei natürlich - warum glauben wir es nicht? Ist das die Schuld der Werbung?

Adrian Springer (gelernter Koch, der auch schon in Sterneküchen gekocht hat) ist der Chefkoch der Produktentwicklung. Was? Ein Koch, ein guter Koche geht zu Knorr? Das habe ich auch nicht verstanden. Adrian meinte daraufhin: „Früher habe ich für Hunderte Menschen gekocht – und heute eben für Hunderttausende.“
Ganz ehrlich: ich kann es nicht nachvollziehen... außer vielleicht, wenn man die Arbeitszeiten betrachtet.
Ihr kennt Adrian übrigens aus den TV Spots von Knorr. Ja, ich dachte auch, dass das immer Schauspieler sind. Er ist wirklich derjenige, der die Produkte zusammen mit seinem Team entwickelt. Er hat uns erzählt wir schwierig es war das Knorr fix Natürlich Lecker zu entwickeln, denn die geschmacksverstärkenden Stoffe waren ja nun verboten bzw. nicht mehr gewollt. Die Rezepturen mussten umgestellt werden. Billiges Palmöl wurde durch Olivenöl ersetzt. Und Gewürzmischungen komplett ohne Hefeextrakt oder ohne Glutamat herzustellen ist schwer, wirklich schwer.
Das glaube ich Adrian gerne, sonst hätten es wohl auch andere Konzerne schon längst getan. Knorr ist Vorreiter, meiner Meinung nach damit aber längst überfällig. ;-)

Wir probierten die neuen Natürlich Lecker Sorten: Spaghetti Bolognese, Lasagne, Gulasch und Chilli con Carne. Ok, über Geschmack kann man immer streiten. Mir persönlich sind die Produkte etwas zu süß und haben zu wenig Pfiff. Es schmeckt, aber es ist für mich kein Aha Effekt dabei. Aber ich hörte auch „Hmm – lecker!“ von anderen Foodbloggern. Ich gebe zu, ich war auch überrascht wie „gut“ es mir im Gegensatz zu meiner Erwartungshaltung geschmeckt hat. Und ja – das Gulasch fand ich sogar wirklich lecker.
Witzigerweise ist das aber nun auch kein wirkliches „fix“ Produkt im eigentlichen Sinn des Wortes denn dieses muss immer noch 1,5 Stunden gekocht werden.

Und dann gab es eine Aufgabe für uns Blogger. Passend zu den Foodtrends, von denen wir im Vortrag gehört hatten, haben wir nun aus einer der Tüten ein neues Gericht kreieren sollen.
Zusammen mit Alexander, Elke und Stephie bekam ich die Aufgabe aus Chilli con Carne unter dem Motto „back to the roots“ ein neues Gericht zu kreieren.



Jippieh – genau mein Thema. Wir wurden in Gruppen gelost: Elke, Alex, Stephie und ich (von links) und wir ließen die Köpfe qualmen. Bei Chilli dachte ich an Mexiko und dann an Western und Cowboys, die sich Bohnen und Fleisch gekocht haben und in Fladen einrollten. Fragt mich jetzt bitte nicht, warum ich von Mexiko auf Cowboys kam - ich war in Geographie noch nie gut… manchmal sind meine Gedankensprünge nicht nachvollziehbar. ;-)
Aber, wir fanden alle die Idee gut und so kamen wir dann auf Burritos, Stephie wolte auch die Maisfladen selbst backen. Geil! Back to the roots, wie früher auf dem heißen Stein neben dem Lagerfeuer. Wir schrieben Einkaufslisten, was wir noch an frischen Zutaten und Gewürzen, Kräutern etc. für die Umsetzung unseres Gerichtes brauchen würden und gingen dann in den gemütlichen Teil des Abends über. Gekocht werden sollte erst am nächsten Tag.
Adrian bekochte uns mit einem 3 Gänge Menü: Kürbissuppe mit Jacobsmuscheln, Maispoularde mit Pilzen, Kohl und Kartoffelgratin und zum Nachtisch Creme brülee. Lecker wars – leider habe ich keine Bilder gemacht, weil ich den ganzen Tag schon am Knipsen war und einfach keine Lust mehr hatte. Ich wollte nun einfach mein Essen genießen und dazu ein, zwei Gläschen Wein trinken.

Gesättigt, gestärkt und ziemlich geschafft von den vielen Eindrücken, machten wir uns dann vom Unilever Haus wieder zurück an die Hotelbar, wo wir noch bis um 1 Uhr saßen, Cocktails tranken und philosophierten…


Ich spach Maren (ihr wisst noch, die vom Marketing von Knorr - hier auf dem Bild) nach 2 Cocktails dann ganz direkt an - musste mir wohl erst Mut antrinken. ;-)

„Maren, weißt du was? Ich finde Knorr fix scheisse!“

Ja klar, dass sie erst mal ein wenig verstört guckte und auch die anderen um mich herum waren erst mal kurz still. Aber dann erkärte ich ihr, dass ich die Natürlich Lecker Produkte gar nicht für schlecht halte. Ich denke sogar, dass sie Qualitativ echt gut sind und ich meine Meinung, zumindest ein Stück weit, revidieren muss. Diese Produkte haben eine Berechtigung in unserer Gesellschaft. ICH finde es eben geil 5 Stunden lang meine Bolognese zu kochen, aber, wer das eben nicht so toll findet – warum dann nicht mit Natürlich Lecker?! Maren bestätigte, dass wir ja auch gar nicht die Zielgruppe von Knorr sind. Das ist dem Unternehmen schon klar, aber es ist einfach schön, dass wir trotzdem zuhören, was sie uns zu sagen haben.

Es ging dann eine wirklich interessante Diskussion los: wer kannte die Tüten nicht schon aus seiner Kindheit, wer kocht selbst mal damit? Und dann kam etwas auf, dass ich ganz spannend fand und mir aber gar nicht so bewusst war: viele Menschen, die mit Tüten kochen, benutzen diese als Würzbasis und fügen selbst noch Gewürze, Kräuter und andere Zutaten hinzu. Wusste ich nicht – habe ich aber auch noch nie drüber nachgedacht. Jedoch frage ich mich dann, warum sie nicht gleich von Anfang an selbst kochen... aber, das erörtere ich jetzt nicht weiter.

Ausserdem fragten wir Maren, die erst im Januar begonnen hat, für Knorr zu arbeiten, wie sie sich eigentlich am Anfang gefühlt hat. Zuvor war sie bei Nutella, der wohl beliebtesten deutschen Marke überhaupt, alle Bekannten und Freunde freuten sich immer über Produktproben, die sie mit nach Hause brachte. Und dann kam sie mit Knorr Tüten und keiner wollte das. „Geh weg mit dem Zeug!“ hieß es da. Ihr war es gar nicht so bewusst, dass die Tüten einen solchen Nachgeschmack erzeugen. Da macht man sich schon Gedanken, wenn man für das Marketing für eine solche Marke zuständig ist und dann eigentlich nur Gegenwind bekommt - ist aber vielleicht auch gerade die Herausforderung, die Maren gesucht hat.
Und dann sagte sie ganz stolz: „Ich finde es toll, dass wir jetzt Natürlich Lecker haben, denn hinter diesem Produkt kann ich zu 100% stehen und es mit Überzeugung vertreten.“

Am nächsten Tag ging es gleich früh in die Versuchsküche, wo wir unsere am Tag zuvor entwickelten Rezepte kochen sollten. Zusätzlich zum Rezeptekochen durften wir mit Max Moertl einen Workshop zum Thema Stop Motion Videos machen. Irre – der absolute Hammer. Max zeigte uns, wie man mit ganz einfachen Mitteln ein tolles Video gestaltet – aus aneinander gereihten Fotos.


Set aufbauen, Foto, Gegenstände ein Stück bewegen, Foto, wieder ein Stück bewegen, Foto – so haben wir ca. 150 Fotos geschossen, in denen wir in unserem Team „Chilli con Carne“ das Schneiden der Zutaten filmen sollten. Aber was rede ich lange herum… schaut es euch einfach an – die ersten 30 Sekunden haben Alexander, Elke, Stephie und ich gemacht.

video

Musik: Broke for free, http://brokeforfree.com

Dann gab es Mittagessen und anschließend durften wir unser Gericht kochen. Gebackene Bohnen, Maisfladen, Maispoularde, Tomatensalat, Avocado, Joghurtsoße und gebratener Mais. Das alles sollte aus dem Knorr fix Natürlich Lecker Chilli con Carne als Würzbasis entstehen. Hier also unser Rezept für:

Echtes Cowboy-Essen in der Prärie


Das braucht ihr:

Fleisch:
1 Maispoularde (alternativ 500 g Hähnchenbrust)
1 Pck. Knorr fix Natürlich Lecker Chilli con Carne
5 EL Olivenöl
1 Prise Salz
Abrieb einer Limette
Saft ½ Limette

Fladen (Teil = jeweils Wasserglas mit ca. 200 ml):
3 Teile Weizenmehl
2 Teile Maismehl
2 Teile Wasser
Prise Salz
1 EL Olivenöl
1 Tl Koriandersamen

Gebackene Bohnen:
800 g gemischte Bohnen (Aptropfgewicht)
1 Pck. Knorr fix Natürlich Lecker Chilli con Carne
4 Zwiebeln
6 Tomaten
50 ml Olivenöl
200 ml Wasser
ca. 1 gestr. EL Salz
2 scharfe Chillischoten

Joghurtsoße:
400 g Joghurt
Saft ½ Limette
1 Knoblauchzehe
1 Thaichilli
1 EL brauner Zucker

Tomatensalat:
4 Tomaten
3 Stängel Majoran
1 Stängel Thymian
5 Stängel Minze
Salz und Pfeffer
2 EL Olivenöl
1 El Essig
etwas brauner Zucker

Zusätzlich:
1 Avocado
2 Maiskolben
etwas Butter
Kopfsalat

Und so geht’s:

Gebackene Bohnen: Spült die Bohnen gut ab und gebt sie in eine große Schüssel. Schneidet die Tomaten in Hälften, entfernt die Kerne und schneidet dann kleine Würfel. Die Zwiebeln schält ihr und schneidet Ringe. Gebt alles mit zu den Bohnen. Die Chillischoten schneidet ihr lediglich längs auf und mischt auch diese unter die Bohnen. Gebt dann Olivenöl, Wasser und Knorr fix und Salz in die Schüssel und verrührt alles sorgfältig.
Im Ofen bei 170°C Umluft für ca. 25 Minuten backen. Rührt zwischendurch mal um.


Von der Maispoularde schneidet ihr die Fleischstücke ab und diese in ca. 2 €-Stück große Teile. Wer keine ganze Poularde auseinander nehmen möchte kann auch einfach Hähnchenbrust kaufen. In einer Schüssel verrührt ihr das Knorr fix mit Olivenöl, Salz, Limettenabrieb- und -saft und reibt die Fleischstücke sorgfältig damit ein.
Legt diese dann (nebeneinander!) auf ein geöltes Blech und backt bei 170°C Umluft für ca. 10 Minuten.

In einer Schüssel verknetet ihr alle Zutaten für die Fladen zu einem glatten Teig. Nehmt euch davon jeweils ein ca. golfballgroßes Stück und rollt dieses mit einem Nudelholz zu einem flachen Fladen. Diesen backt ihr in der Pfanne (ohne zusätzliches Öl) von beiden Seiten bis ein paar bräunliche Stellen entstehen.
So verbackt ihr den kompletten Teig.

Für den Joghurtdip hackt ihr die Gewürze (Knoblauch, Chilli) klein und verrührt diese mit Zucker, Limette und Joghurt zu einem glatten Dip.


Für den Tomatensalat entfernt ihr den Strunk und die Kerne der Tomaten, schneidet diese in Würfel und hackt Thymian, Majoran, Minze fein. Vermischt diese mit den Tomaten, dem Öl, Essig, Salz und Pfeffer und dem braunen Zucker.

Die Maiskolben bratet ihr in einer Grillpfanne ringsherum mit etwas Butter an bis die Körner gar sind. Anschließend schneidet ihr die Körner mit einem Messer ab und würzt noch mit einer Prise Salz.

Die Avocado schneidet ihr in Scheiben und legt diese bei Seite. Nun könnt ihr eure Fladen mit Salat, Fleisch, Avocado, Bohnensalat, Tomatensalat, Joghurtdressing und Mais belegen – je nachdem, wie es euch am Besten schmeckt.


Nun wurde erst mal geschlemmt. Wir probierten die Gerichte der anderen Teams und ebenso wurde unseres auf die geschmackliche Probe gestellt. Es schmeckte gut – fix als Basis und weiter verfeinert. Ja, es war richtig lecker, was wir daraus gemacht haben. Wir saßen noch zusammen in der Versuchsküche und tauschten uns weiter aus.


So gingen die zwei Tage mit Knorr in Hamburg vorbei. Wir haben viel gelernt, über ein Unternehmens-Image und der Kampf mit diesem, Foodtrends, Gewohnheiten und nicht zuletzt wie man Stop Motion Videos dreht/fotografiert. Wir haben neue, tolle Blogger kennengelernt und uns UNSERE EIGENE Meinung über Knorr vor Ort gebildet.
Ich fand es toll. Ich bin froh, dass ich dabei war. Ich möchte diese zwei Tage nicht missen.

Ich habe Fragen gestellt, die mir beantwortet wurden. Ich war direkt und habe ehrlich meine Meinung zu fix Produkten und deren Verwendung kundgetan. Maren (in Vertretung von Knorr) hat uns zugehört und ehrlich geantwortet. Sie hat uns keine Märchen aufgetischt sondern uns Rede und Antwort gestanden.
Vielen Dank, Maren für deine knallharte Ehrlichkeit. Es ist nicht leicht einer Meute solch kritischer Menschen gegenüber zu treten.

Danke an Katharina und Sonia für die Organisation – es hat alles wunderbar geklappt. Ich habe mich wohl gefühlt. Danke für euren Einsatz und euer ständiges Lächeln auf den Lippen.

Ich bin als Kritiker gekommen und ich gehe als solcher wieder nach Hause. Nein, ich bin nicht bekehrt worden. Aber: ich muss meine Meinung zu Knorr revidieren – ein Stück weit – Natürlich Lecker ist ein gutes Produkt, das seine Rechtfertigung am Markt hat. Es ist wirklich nichts weiter als eine Gewürzmischung und es ist damit möglich in 5 Minuten eine Spaghetti Bolognese zu kochen, die vielen Menschen, genauso aus der Packung, schmeckt.

Ich persönlich möchte euch weiterhin dazu inspirieren selbst zu kochen, selbst eure Gemüsebrühe zu machen, selbst eure Fonds zu kochen. Aber, wenn ihr wirklich keine Zeit, keine Lust, keine Leidenschaft, keine was-auch-immer habt, dann greift einfach zur Tüte, wenn es euch schmeckt. Ich werde versuchen niemanden mehr zu verurteilen, dafür, dass er sie nutzt. Nicht jeder kann diese Leidenschaft für das Kochen und Zubereiten haben, wie ich sie habe und das ist auch ok so.

Die neue Natürlich Lecker Linie ist eine Innovation im Vergleich zu anderen fix Produkten auf dem Markt und ich hoffe, dass sie langfristig alle anderen fix- Tüten ablöst (das ist ja eh euer Plan) und so den Bereich der Fix-Gerichte einfach ein Stückchen gesünder für diejenigen macht, die gerne damit kochen.

Ich persönlich werde auch weiterhin im Herbst durch den Wald stiefeln und Pilze und Hagebutten selbst sammeln, ich werde im Sommer Holunderblüten und Heidelbeeren pflücken und ich werde auch weiterhin meine Gemüsebrühe selbst kochen. Meine Bolognese wird weiterhin 5 Stunden geköchelt und mein Gulasch werde ich auch in Zukunft stundenlang vor sich hin schmoren lassen.

In meiner Küche werden fix-Produkte auch in Zukunft keinen Platz finden, aber ich danke euch ganz herzlich für diesen Einblick in euer Unternehmen, in eure Arbeit, in euren Kampf mit den Vorurteilen und für eure Ehrlichkeit. Ich werde euch und eure Entwicklung in Zukunft mit einem wachen und interessierten Auge weiter verfolgen.

Eure Tina

Kommentare:

  1. Ui liebe Tina, eigentlich wollte ich ja schon längst schlafen, aber dann war ich doch zu neugierig auf deinen Text und habe bis eben alles durchgelesen! Ich finde es gut, dass du hingefahren bist und dir deine eigene Meinung gebildet hast! Ich finde selber kochen auch immer besser, aber ab und zu mal ein Tütenprodukt finde ich nicht so schlimm! Meine Mutter ist eine gute Köchin, brutzelt auch stundenlang ihr Gulasch und kocht dies und jenes ohne Tütchen, aber ab und zu, wenn es die Zeit mal nicht zulässt, nutzt sie auch mal ein Tütchen! Nicht jedes schmeckt gut, aber ein paar Auserwählte kann man schon mal kaufen! Wir zwei hatten auch die Möglichkeit, die Knorr "Natürlich lecker" zu testen und ich habe sie auch nicht auf meinem Blog gezeigt, genau aus den Gründen, die du so aufzählst! Wir fanden sie lecker, aber was würden die Leser? "Fix-Produkte? Nein Danke!" Ich ging auch zu sehr von negativen Meinungen aus und hab den Test halt ohne Blogbeitrag mitgemacht! Ich verstehe die "Natürlich lecker"-Produkte auch eher als Gewürzmischungen, ein bisschen eigenen Pfiff hineinzubringen, schadet nie! Aber auch für Leute, die nicht kochen wollen, können, keine Zeit haben, kommt dabei was leckeres raus! Und das ist der Sinn der Sache! Wenn sie dann auch noch ohne Glutamat und Ähnliches auskommen, umso besser!

    Ein sehr schöner Bericht, sehr ehrlich und toll, dass du dich nicht hast abschrecken lassen!
    Liebe Grüße
    Jana

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    1. Liebe Jana,

      vielen Dank für deine ehrlichen Worte. Ich finde es doch schade, dass wir uns innerhalb der "Blogosphäre" doch nicht so frei bewegen können, wie wir uns das wünschen. Wir sind Kritiker und müssen als solche auch über "unliebsame" Themen schreiben. Dazu gehört für mich auch, sich mit diesen Unternehmen auseinanderzusetzen.

      Ich bin der Meinung, man kann sich nur an der Quelle seine eigene Meinung bilden. Und sich nicht über das Gesagt von Dritten verlassen.

      Ich hoffe auch, dass meine Leser diesen Bericht richtig verstehen.

      Vielen Dank für deine Meinung! :-)

      Liebe Grüße, Tina

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  2. Liebe tina, ich gebe dir 100% recht! ich finde man sollte nie den blick in ander töpfe auslassen wenn sie einem ermöglicht werden ;-) vorallem nur weil man interesse hat heisst es noch lang nicht, dass man dann sein ganzes leben über den haufen wirft und auf einmal zum "fix packerl Koch " wird ;-) ich persönlich habe noch nie mit so einem päckchen gekocht werde es auch nicht tun. ich liebe meine gewürzsammlung und möchte auf das erlebnis wenn ich die einzelnen töpfchen öffne beim kochen nicht verzichten. aber ich finde es gut immer für neue infos offen zu sein! du hast genau das richtige gemacht! danke für diesen tollen artikel!!! lg lisa :-) ( die leider keine bloggerin ist sondern nur ab u an was auf insta postet aber trotzdem es liebt zu kochen u zu backen) :)

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    1. Vielen Dank liebe Lisa!

      Genau, wann kommt man schon dazu im Unileverhaus mit dem Koch Adrian Springer in der Versuchsküche zu kochen?! Nie denke ich.

      Ich bin froh, dass ich nicht für meine Neugier verurteilt werde. :-)

      Es war eine tolle Erfahrung, es war spannend und informativ und die Mädels von der Agentur und von Knorr haben sich wirklich tolle Sachen für uns überlegt. Wann hätte ich wohl sonst gelernt, wie man Stop-Motion-Videos dreht?

      Ich glaube, ich sollte beim nächsten Post mal ein Foto meiner Gewürzschubladen posten. ;-)

      Liebe Grüße und danke vielmals für dein Feedback! :-)
      Tina

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    2. Liebe tina ohhh ja bitte zeig mal deine gewürze :-) würde mich sehr interessieren 👍 liebe grüsse lisa ☺

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