Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Meer Strand Traumstrand Palmen

Roadtrip durch Mexiko | Punta allen, Coba und Valladolid

Wir starten direkt nach dem Frühstück um uns bei unserem Roadtrip durch Mexiko auf den Weg ans „Ende der Welt“ zu machen. Am südlichsten Ende von Tulum erstreckt sich eine schmale Landzunge, die zu einem Fischerdorf namens >> Punta Allen führt. Idyllisch soll es dort sein, die schönsten Strände geben und der Weg dorthin ein echtes Abenteuer von 2 bis 4 Stunden für die 37 km. Vorsicht vor Schlaglöchern und wilden Tieren auf der Straße.

Wir sind von der Beschreibung total angefixt. Mit dem Mietwagen geht es in den National Park >> Sian Ka’an, an dessen Ende Punta Allen liegt. Der Eintritt in den Park kostet $36 p.P., der Mann am Gate verlangt aber $40 p.P. – haben wir einfach bezahlt, denn die Erhaltung des Parks ist eine gute Sache und auf die 4$ (die er sich vermutlich in die eigene Tasche steckt) kommts nun auch nicht mehr an. Die Straße ist wider erwarten super: eine frisch planierte Schotterpiste, die so breit ist, das locker zwei Trucks aneinander vorbei kommen. Das ist in Tulum schon mal schwieriger gewesen. Uns begegnen auf dem Weg viele Echsen, ein paar Affen und Truthahngeier.

Tulum Truck Menschen
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer Straßenschild wilde Tiere
Straße nach Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer Krokodil
Straße nach Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer Leuchtturm
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer Leuchtturm
Straße in Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Lagune Meer Truthahngeier

In Punta Allen angekommen sind wir euphorisch und freuen uns auf unsere Unterkunft direkt am Strand mit Meerblick. Tja, und dann das: keine Klimaanlage. Lediglich ein Ventilator an der Decke, der aber nur zwischen 9 und 14 und 18 und 24 läuft, denn nur in diesen Stunden gibt es in Punta Allen Strom. Es ist in der Hütte im >> Cielo y Selva so heiß, dass ich das Gefühl habe zu ersticken. Das Bett ist ca. 120 cm breit und 190 cm lang und mit einem Moskitonetz versehen – die Nacht dann, dementsprechend, von wenig Schlaf geprägt.

Das Mittagessen im Hotel direkt am Strand, bestehend aus Quesadillas und Shrimps Cocktail ist wirklich grandios lecker und sehr günstig. Wir zahlen zu zweit inkl. Getränke $200. Dann gehen wir etwas im Meer baden. Der Stand ist wirklich schön hier – die Palmen stehen direkt bis zum Wasser im Sand und spenden so viel natürlichen Schatten. Leider gibt es hier aber eine beachtliche Menge Seegras, die hier in Punta Allen einfach niemand vom Strand entfernt. So muss man erst mal durch einen ca. 1 m breiten Streifen Seegras und Plastikmüll (!!!) zum Meer waten. Kein schöner Anblick, aber eben leider Realität.

Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Meer Strand Traumstrand Palmen Mittagessen Shrimpscocktail Quesadillas
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Meer Strand Traumstrand Palmen
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Meer Strand Traumstrand Palmen Kokosnuss
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Meer Strand Traumstrand Palmen
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Meer Steg
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Meer Strand Traumstrand Palmen Steg
Punta Allen Ballspielplatz

Am Abend machen wir uns dann auf den Weg in das Dorf um dort zu Abend zu essen. Der Weg am Strand entlang ist wirklich toll. Wir begegnen auf 1 km Strecke insgesamt 4 Personen. Das ist schon schön und sehr romantisch. Tja, nur leider hat im Zentrum von Punta Allen einfach alles zu. Es gibt nicht mal eine Bar in der man einen Cocktail schlürfen könnte. Das einzige Hotel, das geöffnet hat, bedient – laut Hotelangestellter, nur die eigenen Hotelgäste. Also, gehen wir zurück in die Unterkunft und essen dort zum zweiten Mal. Da die Speisekarte etwas beschränkt ist, gibt es eben nochmals Quesadillas und dazu einen Hühnchenspieß. Ganz ehrlich, das haben wir uns anders vorgestellt. Wo könnte man schöner Cocktails schlürfen als hier, am Ende der Welt mit Blick auf das Meer?!

Die Nacht in der viel zu heißen Hütte, in dem winzigen Bett mit dem Moskitonetz, das nötig ist, aber auch wirklich jeden Luftzug des Vantialtors abhält ist unser Fail des Urlaubs. In Punta Allen tote Hose – dieser Ausflug hat sich wirklich nicht gelohnt und würden wir so auch nicht wieder machen.

Es gibt die Möglichkeit Tagesausflüge in den Nationalpark Sian Ka’an zu machen. Das würde ich auf jeden Fall empfehlen, denn der Weg und der Ort an sich ist wirklich sehenswert. Eine Nacht in Punta Allen, ist wohl nur was für Hartgesottene oder diejenigen, die es entspannt ohne Comfort aushalten. Ich bin da einfach nicht geeignet für.

Punta Allen
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Meer Strand Traumstrand Palmen Morgenstimmung Sonnenaufgang
Punta Allen Sian Ka´an Nationalpark Meer Strand Traumstrand Palmen Morgenstimmung Sonnenaufgang

Coba

Wir flüchten aus Punta Allen sofort bei Sonnenaufgang um 6:45 Uhr und machen uns auf den Weg nach >> Coba. Im >> Hotel Sacbe schlafen wir für $607 in einem sehr einfachen aber sauberen, geräumigen Zimmer mit breitem Bett, Klimaanlage und Ventilator! Der Ort bietet ausser ein paar Restaurants und Läden in denen man Souvenirs kaufen kann nicht viel für einen Nachmittag zum Schlendern. Beklemmend ist die Armut einiger Bewohner, die hier wie in Slums hausen. Trotzdem ist keiner der Menschen aufdringlich oder bettelt, sondern freundlich und aufgeschlossen.

Ich kaufe in einem Shop einer Maya Cooperative (direkt am Eingang zu den Ruinen) einen wunderhübschen Teller und eine Schale, beides handbemalt von Mayas aus der Umgebung. Handeln kann man hier gut, statt 1300$ zahle ich 1000$ für beides – immernoch viel aber ich bin zufrieden.

Coba Straßenansicht Hängematten
Coba Kirche Templo Monte Carmelo Quintana Roo
Coba Quintana Roo
Coba Portrait Kokosnuss

El Cocodrilo | Restaurant

Zum Mittagessen gehen wir ins >> El Cocodrilo. Das kleine Lokal liegt direkt neben der großen Ruine von Coba, wegen der vermutlich 100% der Touristen – wir auch – überhaupt nach Coba kommen. Es gibt eine schöne Auswahl an mexikanischem Essen. Zur Begrüßung bekommen wir erst mal einen Teller Nachos mit Pico de Gallo und Habanero Sauce serviert. Wir bestellen uns zwei Maya Gerichte: Encebollado de Cerdo und Poc-Chuc de Cerdo. Beides einfache, aber gut gemachte und leckere authentische Gerichte. Wir zahlen für drei Limonaden und die zwei Hauptgerichte am Ende $315 – wirklich günstig.

Coba El Cocodrilo Maya Cuisine Restaurant
Coba El Cocodrilo Maya Cuisine Restaurant

Cenoten Choo-Ha und Tamcach-Ha

Nach dem Essen fahren wir zu zwei Cenoten in der Umgebung. Die Cenoten Choo-Ha und Tamcach-Ha (Eintritt jeweils $100 p.P.) liegen ca. 6 km ausserhalb von Coba. In beide steigt man über steile Holztreppen hinab. Das ist schon etwas abenteuerlich. Ich bekomme da schnell weiche Knie, bei dem Anblick. Die Cenote sind künstlich beleuchtet, da sich beide in Tropfsteinhöhlen befinden. Das Wasser ist in Choo-Ha leider sehr trüb und ausser ein paar kleinen Welsen ist auch nicht viel im und unter Wasser geboten, was sich anzusehen lohnt. Das Wasser erfrischt aber gut.

Die zweite Cenote Tamcach-Ha liegt 200 m entfernt. Hier kann man aus 11 und 5 m vom hölzernen Abstiegsturm in der Mitte ins Wasser springen. Wir trauen uns nicht, für Abenteurer ist das aber auf jeden Fall spannend und besonders an dieser Cenote. Im Vergleich kommen diese beiden Cenoten aber nicht an diejenigen in Tulum heran.

Coba Cenote Choo-Ha Tamcach-Ha
Coba Cenote Choo-Ha Tamcach-Ha
Coba Cenote Choo-Ha Tamcach-Ha

Chile Picante | Restaurant

Nach den Cenoten sind wir hungrig und laufen von unserem Hotel Sacbe ca. 2 Minuten zum Nachbarhotel in dem das Restaurant >> Chile Picante angesiedelt ist. Der Kellner versteht Englisch und wir probieren die empfohlene Sopa de Lima – eine Hühnersuppe mit Tomaten, Zwiebeln, Paprika und natürlich Limette. Köstlich! Für den Crunch legt man hier noch ein paar Tortillachips mit in die Suppe, die am Tisch immer noch knusprig sind. Danach bestellen wir uns Tortillas und Salbutes mit Cochinita Pibil, Hühnchen und Schweinefleisch. Letztere sind der absolute Oberknaller. Das Fleisch ist saftig und zart und wirkt auf mich wie eine Art mexikanisches Pulled Pork. Die Salbutes sind, Ähnlich wie Tortilla, auch Fladen, aber dicker und saftiger. Darauf das Pulled Pork – genial!

Zum Essen genehmigen wir uns ein paar Bier und Pina Colada (sehr zu empfehlen!!), zahlen insgesamt $410 und gehen danach müde und zufrieden ins Bett.

Restaurant Chile Picante Coba Mexiko Yucatan Quintana Roo
Frosch

Ruinen von Coba | Archäologische Stätte

Am Morgen starten wir um kurz vor 8 Uhr vom Hotel um uns die >> Ruinen in Coba anzusehen. Wir sind die ersten, und das ist beabsichtigt, denn wir wollen die Pyramide Nohoch Mull ohne Menschenmassen erklimmen und fotografieren. Einen Guide (ESP, DE, EN) sowie Rikschafahrer oder Fahrräder kann man direkt vor Ort buchen/ausleihen. Wir sind die Stätte zu Fuß abgelaufen – absolut machbar in 2 Stunden alles zu sehen – insgesamt sind es ca. 3,5 km Fußweg.

Direkt vor dem Eingang zur Archäologischen Stätte gibt es einen Parkplatz ($50). Wer gleich in der Früh kommt kann auch noch einen Parkplatz im Schatten unter den Bäumen ergattern. $75 macht der Eintritt pro Person, Drohnen sind leider verboten. Und auch, obwohl es angeschrieben steht, keiner kontrolliert die (Spiegelreflex-)Kamera und möchte hierfür noch eine extra Gebühr.

Wir laufen zuallererst zur Pirámide Nohoch Mull. Es ist die zweithöchste Ruine hier in dieser Anlage. 120 Stufen, die man noch besteigen kann. Oben wartet dann ein weiter Blick über den Urwald. Ich empfehle auf allen Vieren hinauf und auf dem Hosenboden wieder hinunter zu klettern. Auf den Hintern setzen und dann immer schön stufenweise Füße hinunter. Die Stufen sind schief und krumm und unterschiedlich hoch. Aber keine Angst: auch für Ungeübte und Unsichere im Sitzen absolut machbar. Dauert dann eben einfach nur etwas länger.

Neben der großen Pyramide gibt es noch weitere kleinere Tempel und Stelen mit Maya Symbolen. Da die Tempel mitten im Dschungel eingebettet liegen empfehle ich eine große Portion Mückenspray. Dann kann man auch in aller Ruhe die mystische Atmosphäre genießen und den Blick schweifen lassen.

Ruinen von Coba Quintana Roo Yucatan Nohoch Mull Maya
Ruinen von Coba Quintana Roo Yucatan Nohoch Mull Maya
Ruinen von Coba Quintana Roo Yucatan
Ruinen von Coba Quintana Roo Yucatan Nohoch Mull
Ruinen von Coba Quintana Roo Yucatan Nohoch Mull Stelen
Ruinen von Coba Quintana Roo Yucatan Nohoch Mull Schädel
Tucan Vogel

Valladolid

Am Besten Hotel am Platz dem >> El Meson del Marques beziehen wir Quartier und bekommen sogar noch ein kostenloses Aupgrade in die Mastersuite. Von unserem Privatbalkon aus können wir die Kathedrale sehen vor der manchmal die Mexikanische Flagge weht.

Valladolid Kirche Kathedrale Mexikanische Flagge

Das hoteleigene Restaurant ist bekannt und nicht nur Touristen sondern auch betuchte Einheimische gehen hier gerne zum Mittag- oder Abendessen. Wir gönnen uns mittags zwei traditionelle Gerichte. Eine Bratwurst aus Valladolid und Hähnchen in Maissauce. Sehr besonders und sehr lecker. Weil uns die Sonne in der Stadt fast umbringt beschließen wir den Nachmittag am Pool zu verbringen und erst am Abend die Straßen unsicher zu machen.

traditionelle Bratwurst Valladolid morcilla de Valladolid
Valladolid Maiseintopf mit Huhn

El Tigrilo | Mexikanisches Streetfood

Bei unserem Streifzug durch Valladolid kommen wir zufällig an einer Ecke mit vier Straßenständen vorbei, an denen Essen und Getränke serviert werden. Vor einem dieser Stände >> El Tigrilo bildet sich eine große Schlange, in die wir uns nur allzu gerne einreihen. Obwohl keiner wirklich Englisch spricht sind sie doch sehr bemüht uns mit Händen und Füßen zu erklären, was es hier zu essen gibt. Eine Art Pulled Pork aus einer riesigen Eisenwanne, dazu Zwiebeln und, wer mag, Chili. Das Ganze wird dann entweder in Polcanes (kleine, längliche Brötchen mit Bohnen, Stück $13) oder Tacos (Stück $10) serviert. Wir sind total begeistert. Das Fleisch ist zart und würzig und die Art und Weise auf der Straße zwischen und mit den ganzen Einheimschen zu essen macht es noch besser. Der Stand „El Tigrilo“ (der Tiger) steht hier immer mittags und abends an der gleichen Ecke (Calle 44/41).

Valladolid bei Nacht
Valladolid Streetfood El Tigrilo Pulled Pork Polcanes Tacos
Valladolid Streetfood El Tigrilo Pulled Pork Polcanes Tacos
Valladolid Streetfood El Tigrilo Pulled Pork Polcanes Tacos
Polcanes mit Pulled Pork Mexiko Streetfood

Im Anschluss lassen wir uns noch ein paar Drinks im Hotel Restaurant schmecken und bestellen uns eine Portion Guacamole, die hier direkt am Tisch vor den Augen der Gäste zubereitet wird. Avocado, Limette, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Tomaten, Zwiebeln und Koriander kommen hier in die Guacamole. Yummy.

Übrigens: auch zum Frühstück bekommt man hier traditionelle Gerichte wie z.B. Tacos mit Eiern und Tomaten und getoastete süße Brötchen mit Papaya Marmelade.

Es Meson de la Marques Frühstück typisch mexikanisch
Valladolid Meson de la Marques Guacamole

Destilería Mayapan – „Tequila“ Distillerie

Ca. 4 km außerhalb von Valladolid liegt die >> Distilería Mayapan. Für $50 p.P. kann man hier eine kleine Führung (ca. 15 bis 20 Minuten) durch die Distillerie mit anschließender Tequila Verkostung (5 Sorten) machen. Voranmeldung nicht nötig.

Auf den Feldern ringsum das Gebäude wächst die blaue Agave, die hier verwendet wird um den Tequila (Mayapan) herzustellen. Da Tequila ein regional geschützer Begriff ist, nennt die Distillerie ihre Spirituose hier Mayapan, der Herstellungsprozess ist aber der Gleiche wie beim Tequila.

Sechs bis acht Jahre alte Agaven werden geerntet (das Alter kann man an der Anzahl der Blattreihen ermitteln) und dann in einem Ofen vier Tage lang gedämpft/geräuchert. Anschließend werden die Agaven zerstoßen (früher hat man das mit einem Steinrad und Pferden gemacht, heute übernimmt das eine Maschine) und dann in ein Becken geschlichtet. Hier beginnt der Fermentationsprozess. Wir können direkt an so einem Becken riechen… puh, also angenehm ist das nicht. Kaum vorstellbar, dass daraus mal eine leckere Spirituose werden soll. Aus den fermentierten Agaven wird dann ein Saft gepresst und dieser destilliert. Heraus kommt ein klarer Tequila, der leicht rauchig schmeckt.

Ein Teil des klaren Mayapan wird nun in Holzfässern gelagert, wodurch er auch nach einiges Zeit seine goldgelbe Farbe bekommt und mit der Zeit immer weicher wird. Zwischen 3 Monaten und 6 Jahren lagert hier der Mayapan in 76 Fässern. Der älteste Mayapan ist unser Favorit, weil er schön weich ist, leicht karamellig schmeckt und das Raucharome gänzlich verloren hat.

Wichtig: Nur den klaren Tequila trinkt man mit Limette und Salz (keine Zitrone!), den länger gereiften Tequila trinkt man pur und nicht mit Orange oder Zimt. Immer zuerst den Schnaps in den Mund und dann die Limette, die in Salz getunkt wurde. Denn der Geschmack der Spirituose sollte immer zuerst den Gaumen benetzen. Wir in Deuschland machen das nur, weil die gängigen Tequila Marken einfach so eine schlechte Qualität haben, dass man den Tequila nicht pur trinken kann. Ihr würdet ja vermutlich auch keinen 15 Jahre alten Whisky mit Orange und Zimt trinken?! Unser Guide hat ganz schön gelacht und den Kopf geschüttelt, als wir ihr das mit der Orange und dem Zimt erzählt haben.

Mayapan Distillery Blaue Agave Feld
Mayapan Distillery Blaue Agave
Mayapan Distillery Blaue Agave
Mayapan Distillery Tequila Destillerie
Mayapan Distillery Kaktus Blüte

Mercado Municipal Donato Bates Herrera | Martkhalle

Vom Zentrum in Valladolid geht man ca. 800 m entlang der Calle 37 um zur Markthalle >> Mercado Municipal Donato Bates Herrera zu kommen. Hier finden sich neben Kleidung, Fisch und Fleisch auch Gemüse- und Gewürzhändler. Wir kaufen bei einer netten alten Dame, die sich sehr bemüht in ein paar einfachen englischen Worten ihre Produkte zu beschrieben, eine selbstgemachte orangene Habanero Sauce für $25. Sehr scharf soll die sein… naja, wir sind mal mutig! Kakaopulver und -bohnen (würde ich euch empfehlen hier zu kaufen, denn hier sind diese Produkte am günstigsten), Keramik, Honig und anderen Nippes kann man hier ebenfalls kaufen. Wer früh morgens hier her kommt kann sich auch noch die Fisch- und Fleischtheken ansehen, die zur Mittagszeit schon wieder abgebaut sind.

Valladolid Mercado Municipal Donato Bates Herrera Markthalle
Valladolid Mercado Municipal Donato Bates Herrera Markthalle
Valladolid Mercado Municipal Donato Bates Herrera Markthalle

Don Gato y Su Parilla | Mexikanisches Streetfood vom Grill

Ebenfalls in der Calle 37 unweit des Mercado Municipal erregt ein junger Mann am Grill unsere Aufmerksamkeit. Damian Itzá grillt hier in seinem „Restaurant“ >> Don Gato y Su Parilla verschiedene Teile vom Schwein (u.a. Rippchen) und Huhn – er freut sich sehr, dass wir bei ihm essen möchten und uns an einen seiner zwei Plastiktische setzen. Wir kommen mit ihm ins Gespräch und er sagt uns, dass hier sehr selten Touristen essen. Schade, denn sein Fleisch ist vorzüglich.

Einheimische bestellen hier das Fleisch nach Gewicht – meist ein bis zwei Kilo – zum Mitnehmen. Es wird abgewogen und mit verschiedenen Salsas, etwas Krautsalat und Limette verpackt. Damian macht für uns einen „Mix“ (verschiedene Fleischstücke, die er frisch vom Grill auf dem Holzbrett in mundgerechte Stücke hackt), legt uns zusätzlich noch ein paar Tacos auf den Grill und serviert uns dazu rote und grüne Salsa, Bohnensauce und Krautsalat mit Limetten. Eine Flasche Cola holt er für uns im Laden gegenüber. Wir bezahlen für das wirklich köstliche Fleisch (die Rippchen sind ein Gedicht!!!) mit Beilagen und Cola $85 – ein echt authentisches Schnäppchen.

Don Gato y Su Parilla Mexikanisches Streetfood Grill Grillfleisch
Don Gato y Su Parilla Mexikanisches Streetfood Grill Grillfleisch
Don Gato y Su Parilla Mexikanisches Streetfood Grill Grillfleisch

Choco Story | Schokoladen Museum

Im Zentrum von Valladolid liegt das Schokoladen Museum >> Choco Story. Wenn man im Hotel El Meson del Marques residiert bekommt man 20% Rabatt auf den Eintritt. So zahlen wir p.P. $110 statt offiziell $140 . Am Ende der ca. 1 stündigen Tour kann man einige Schokoladen im angrenzenden Laden verkosten. Die Touren werden in 6 Sprachen angeboten, u.a. auch in Deutsch. Das Museum ist schön gemacht – einzelne Themenräume erzählen die Geschichte der Kakaobohne von den Mayas, über die Azteken bis in die heutige Zeit der industriellen Schokoladenherstellung.

Die Maya haben, vor über 3000 Jahren, aus den gerösteten und zermahlenen Kakaobohnen mit heißem Wasser eine Trinkschokolade hergestellt, die vor allem bei rituellen Zeremonien eingesetzt wurde. Daher kommt auch das Wort – Choch a, was wohl so viel wie Heißes Wasser bedeutet. Krass fand ich: die Maya haben Menschen für die Götter geopfert: das Blut der Opfer wurde aufgefangen, zusammen mit Trinkschokolade gemischt und getrunken. So, glaubte man, könne man das Wissen und die Stärke des geopferten Menschen in sich aufnehmen.

Erst im 16. Jahrhundert, als die Azteken die Schokolade für sich entdeckten kam hier auch Zucker ins Spiel. Das Zuckerrohr war hier der Zuckerlieferrant Nummer 1. Witzig: im Museum wird ein Film aus „Die Sendung mit der Maus“ gezeigt, in der Armin einen traditionellen Zuckerhut aus Zuckerrohrzucker gießt.

Vor Beginn der Industrialisierung war Schokolade übrigens den oberen 10.000 vorbehalten. Damit sich die feinen Herrschaften nicht mit Trinkschokolade bekleckerten gab es aberwitzige Erfindungen für Trinkgefäße wie z.B. den Schnurrbartbecher, der es den Herren mit Schnurrbart erlaubte Schokolade zu trinken, ohne das wertvolle Geischtshaar zu beschmutzen.

Valladolid

Ein kurzer Zwischenfazit: Die Stadt Valladolid auf Yucatan ist einfach zauberhaft. Wir lieben es hier zu sein. Hier gibt es genau die richtige Mischung aus authentischem Streetfood und feinen Restaurants für einen gemütlichen Abend. Die Menschen sprechen hier teilweise gut Englisch und man kann viele Ausflüge u.a. nach Chichén Itzá oder zu nahen Cenoten machen. Valladolid hat einen Park, eine sehr schöne Kirche und die >> Cenote Zaci mitten in der Stadt.

Valladolid Straße VW Käfer
Mexiko Valladolid Zentrum Coca Cola Truck
Valladolid Zentrum Straße VW Käfer Streetfood
Valladolid Zentrum Straße
Cenute Zaci Valladolid Zentrum
Valladolid Zentrum Cenote Zaci
Valladolid Zentrum Cenote Zaci

Ich persönlich fühle mich in Mexiko, besonders hier in Valladolid, wirklich sicher. Ich habe keine Angst überfallen zu werden, gegen Taschendiebe schütze ich mich einfach durch erhöhte Aufmerksamkeit und das immer in der Hand halten meiner Umhängetasche. Die Mexikaner sind generell sehr freundlich und aufgeschlossen und freuen sich, wenn man sie mit einem Hola oder Buenos Dias grüßt. Auch ein Lächeln bricht Bände.

Müll liegt, vor allem auf dem Land, oft auf den Straßen oder in den Hinterhöfen. Obwohl es eine Müllabfuhr gibt (die entdecken wir das erste Mal in Valladolid), fühlt sich wohl niemand für heruntergefallenen Müll verantwortlich. Das macht den Gesamteindruck von Mexiko einfach eher schmuddelig. Aber hier in Valladolid gibt es zwar vereinzelte dreckige Ecken, aber das Gesamtbild ist aufgeräumt und sauber.

Valladolid Stadt Häuser bunt
Valladolid Zentrum
Valladolid Kirche bunte Fahnen
Valladolid Zentrum Kirche Kathedrale Iglesia de San Servacio
Valladolid Zentrum Kirche Kathedrale Iglesia de San Servacio bei Nacht Drohnenaufnahme Drohne Bild

IX CAT IK Mayan Cuisine

Ca. 1,5 km vom Zentrum in Valladolid entfernt liegt das traditionelle Restaurant >> IX CAT IK. Hier bekommt man Maya Kultur in Bezug aufs Essen zum Anfassen geboten. Man sitzt entweder im offenen Innenraum zwischen Maya Gemälden und Artefakten oder im zauberhaft gestalteten Innenhof, der von einer traditionellen Maya Hütte geprägt ist, in der eine Maya Köchin die Tortillas von Hand formt und auf einem Metallblech über Feuer brät. Es ist wahnsinnig heiß in dieser Hütte – ich könnte dort nicht den ganzen Tag Tortillas braten.

Nachdem wir bestellen, bekommen wir eine Führung von unserem Kellner Henry. Er zeigt uns die Hütte in der gekocht wird, das Erdloch in dem Cochinita Pibil zubereitet wird und den Restaurant eigenen Garten mit den besonderen Pflanzen und Kräutern die zum Kochen verwendet werde.

Auf dem traditionellen Mörser zeigt uns Henry, wie die Maya ihre Gewürzpasten herstellen – auch heute noch und auch hier im Restaurant. Mein Highlight: Maya Schokolade selbst machen. Geröstete Kakaobohnen werden zusammen mit etwas Zimtrinde und Rohrzucker auf dem Mörser solange gemahlen bis eine relativ homogene Masse entsteht. Wir probieren direkt – ja das schmeckt tatsächlich wie Schokolade. Bitterer als die Tafeln, die man kennt, aber sehr lecker.

Zum Essen bestellen wir und Empanada und Encamisado, danach Boox Kaax balbal und K’ek’en Pibil. Das Essen schmeckt wirklich fantastisch. Wir zahlen am Ende zu zweit $850.

IX CAT IK Mayan Cuisine Valladolid Zentrum
IX CAT IK Mayan Cuisine Valladolid Zentrum
IX CAT IK Mayan Cuisine Valladolid Zentrum
IX CAT IK Mayan Cuisine Valladolid Zentrum traditionelle Schokolade Maya
IX CAT IK Mayan Cuisine Valladolid Zentrum Kräutergarten traditionelle Maya Kräuter
IX CAT IK Mayan Cuisine Valladolid Zentrum
IX CAT IK Mayan Cuisine Valladolid Zentrum
IX CAT IK Mayan Cuisine Valladolid Zentrum Cochinita Pibil

Yakunaj | Cocina Mexicana

Direkt hinter der Kathedralein Valladolid, also direkt im Zentrum, befindet sich das kleine Lokal >> Yakunaj. Als wir ankommen, verraten uns die Gäste am Nebentisch, die gerade mit den Essen fertig sind, dass es einfach fantastisch schmeckt. Und davon können wir uns gleich selbst überzeugen.

Die hausgemachten Dips (Käsedip, Tomatensalsa, Aioli und Habanero -Sauce) schmecken ausgezeichnet zu den Begrüßungsnachos (auch hausgemacht). Wir bestellen uns eine Portion Chicharron Gorditas (in grüner Sauce gekochte Schweineschwarten auf einer Art Mais-Tortilla-Brötchen) zur Vorspeise. Zum Hauptgang Barbacoa (Mexikanisches Schmorgericht) und Mole Rosa (Hähnchenbrust in Rote Bete Sauce mit Linsensalat). Dazu trinken wir Horchata (zimtiger Milchdrink) und Tanuk’uul (kalter Schokoladendrink). Das Essen ist wirklich köstlich und wunderschön angerichtet. Die Drinks ebenfalls – vor allem der Tanuk´uul schmeckt für mich, wie ich mir eine Trinkschokolade von den Mayas vorstelle: würzig nach Zimt und Piment, nicht zu süß und intensiv nach Kakao. Wir zahlen für alles $470.

Nachos mit Dip Yakunaj Cociina Mexicana Valladolid Zentrum
Yakunaj Cociina Mexicana Valladolid Zentrum Tanuk'uul
Yakunaj Cociina Mexicana Valladolid Zentrum Horchata
Yakunaj Cociina Mexicana Valladolid Zentrum Fließenboden
Yakunaj Cociina Mexicana Valladolid Zentrum Restaurant
Yakunaj Cociina Mexicana Valladolid Zentrum Chicharron Gorditas
Yakunaj Cociina Mexicana Valladolid Zentrum Barbacoa
Yakunaj Cociina Mexicana Valladolid Zentrum Mole Rosa

Free Walking Tours

An unserem letzten Abend beschließen wir spontan eine Free Walking Tour in Valladolid zu machen. Wir treffen uns um 19 Uhr im Park und dann führt uns eine Studentin ein bisschen durch die Stadt und zeigt uns ein paar besondere Plätze. Solche Touren gibt es in jeder Stadt zu bestimmten Zeiten. Meist sogar täglich, wie hier in Valladolid.

Während wir durch die Stadt streifen beginnt ein Feuerwerk an der Kathedrale, das unsere Aufmerksamkeit erregt. Es ist ein religiöses Fest, bei dem der Heilige gefiert wird, zu dessen Ehren die Kirche erbaut wurde. Frauen und Männer tanzen hier „Jarana“, ein traditioneller Tanz der Maya, in ihren traditionellen Trachten zu live Musik. Drum herum Angehörige, Freunde und Familien die ebenfalls tanzen, mitsingen und den Abend genießen. Wir mischen uns unter die Menge und genießen die Atmosphäre.

Valladolid Straßen bunte Häuser
Valladolid Zentrum Kirche Kathedrale Iglesia de San Servacio Feuerwerk
Valladolid Zentrum Kirche Kathedrale Iglesia de San Servacio Feuerwerk
Valladolid Zentrum Kirche Kathedrale Iglesia de San Servacio Jarana Tanz Maya traditionell
Valladolid Zentrum Kirche Kathedrale Iglesia de San Servacio Jarana Tanz Maya traditionell

Unsere komplette MExiko Reise:

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